Wirksamkeit von Hypnosetherapie

Häufig bekomme ich Fragen zu Anwendungen und Wirksamkeit von Hypnosebehandlungen gestellt. Dazu gibt es eine Reihe unabhängiger wissenschaftlicher Untersuchungen und Studien. Kontrollierte Wirksamkeitsstudien mit tausenden Patienten belegen in vielen Bereichen bei relativ kurzen Behandlungssitzungen (im Durchschnitt 5 Sitzungen), im Vergleich zu klassischen psychotherapeutischen Behandlungsverfahren, eine hohe Effektivität. In manchen Studien steigt diese Effektivität sogar nach der Behandlung noch weiter an. Für den Zeitraum von 1987 bis 2009 wurden bei einer Metaanalyse über 188 Studien mit 9700 Patienten Studien zur Wirksamkeit von Hypnosetherapie herangezogen, davon 91 Studien (48%) zur Unterstützung einer medizinischen Behandlung, 68 Studien (36%) zu psychosomatischen Beschwerden, 14 Studien (7%) zu Ängsten, 16 Studien befassten sich mit Sucht, Essproblemen, Depressionen, Schizophrenie. Prä-Post Vergleiche konnten mit 5000 Patienten durchgeführt werden und 112 Studien mit Kontrollgruppen gab es.  Kontrollgruppen erhielten entweder eine medikamentöse bzw. eine andere psychotherapeutische Behandlung, Entspannungsverfahren oder Biofeedback. Oder es handelte sich um eine unbehandelte Kontrollgruppe, bzw. medizinisch indizierte Standardbehandlung (Quelle: Expertise zur Anerkennung der Hypnosetherapie, Revenstorf 2003).

 

 

Somit ist für bestimmte Bereiche eindeutig nachgewiesen, dass Hypnosetherapie hoch effektiv wirkt.

 

 

Empirisch belegte Indikationen für den Einsatz von Hypnosetherapie nach ICD-10 sind:
F1, F56: Substanzmissbrauch (z.B. Tabakabusus)

 

F3: Depressionen

 

F40, F41, F42: Angststörungen

 

F43: Belastungsstörungen

 

F45: somatoforme Störungen

 

F50: Essstörungen

 

F51, F52.21: Verhaltensstörungen mit körperlichen Auffälligkeiten z.B. (Insomnie)

 

F54: somatische Leiden mit psychosozialen Einflussfaktoren (verschiedene chronische Schmerzen)

 

Für weitere Störungen liegen Fallstudien und klinisch bewährte Behandlungskonzepte vor, ohne dass bisher Kontrolluntersuchungen gemacht wurden.

 

F44: Dissoziative Störungen

 

F54: Tinnitus

 

F9: Störungen im Kindes- und Jugendalter bei Tics, Aufmerksamkeitsstörungen, Störungen des Sozialverhaltens oder emotionale Störungen.

 

 

Bei wahnhaften Störungen, Persönlichkeitsstörungen und Intelligenzstörungen liegen keine Hinweise auf Wirksamkeit vor und bei prodromalen sowie floriden Psychosen ist die Anwendung von Hypnose kontraindiziert.

 

 

Hypnosetherapie eignet sich zur Prävention zB. Bei Stressbewältigung, Gewichtskontrolle, Entscheidungshilfe im Alltag, chronische Erschöpfung, Burnout.